Kognitive Verhaltenstherapie

 

Was ist kognitive Verhaltenstherapie?


In den Anfangsjahren beschränkte sich die Verhaltenstherapie auf die Anwendung der psychologischen Lerngesetze, die in experimenteller Laborforschung nachgewiesen wurden. 

Aus Gründen wissenschaftlicher Strenge wurden bei dieser ("behavioristischen") Lernforschung nur Daten verwendet, die sich auf beobachtbares Verhalten in beschreibbaren Situationen bezogen; innerseelische Prozesse wie Denken oder Fühlen blieben also bewusst ausgeklammert. Dass unser Verhalten und Erleben aber auch durch Denkprozesse wesentlich vermittelt werden, zeigen schon so bekannte Erwartungseffekte wie die Placebo-Wirkung bei Medikamenten. Außerdem können wir Menschen aufgrund unserer Bewusstseins- und Sprachfähigkeit nicht nur Signale lernen (durch "klassisches Konditionieren" nach Pawlow) oder lernen aufgrund der Konsequenzen, die ein bestimmtes Verhaltens in einer Situation hat (Lernen am Erfolg nach Skinner) oder durch Beobachtung lernen (Lernen am Modell). Wir Menschen können auch durch Einsicht lernen, also dadurch, dass wir Zusammenhänge erkennen und durchschauen. 

Seit der so genannten "kognitiven Wende" wird in der psychologischen Forschung den Denk- und Bewertungsprozessen auch bei der Entstehung psychischer Störungen große Beachtung geschenkt. Eine Depression etwa kann die Folge negativer Denkmuster sein oder willkürlicher Bewertungsprozesse – "Ich bin ein Versager" oder "Die Welt ist schlecht" oder "In meinem Leben habe ich nichts Gutes mehr zu erwarten". Solche Überzeugungen haben Auswirkungen auf unsere Stimmungslage und führen oft auch teufelskreisartig zu den befürchteten Konsequenzen, etwa durch "Sich-selbst-erfüllende Prophezeiungen". Oder eine Angststörung kann durch Katastrophendenken entstehen und aufrechterhalten werden.

In der kognitiven Verhaltenstherapie werden also nicht nur die bisherigen bewährten verhaltenstherapeutischen Methoden angewandt. Darüber hinaus geht es auch um das Erkennen problematischer Denk- und Bewertungsmuster, die dann im therapeutischen Prozess verändert, nämlich "kognitiv umstrukturiert" werden.