Gruppentherapie (Gruppenpsychotherapie)

Der Begriff "Gruppenpsychotherapie" wurde zum ersten Mal in den frühen 1940er Jahren von Jakob L. Moreno, dem Begründer des Psychodramas, verwendet. Der Begriff "Group Analysis" (dt.: Gruppenanalyse) stammt von Trigant Burrow.


Was passiert in einer Gruppentherapie und wie ist sie gestaltet?


Die Gruppentherapie ist eine psychotherapeutische Methode, bei der mehrere Personen gleichzeitig und gemeinsam in die therapeutische Behebung eigener psychischer Fehlentwicklungen und in die Verbesserung sozialer Beziehungen einbezogen werden. 
Der Therapeut nimmt keine zentrale oder autoritäre Stellung ein, sondern hat vielmehr eine hinweisende und ausgleichende Funktion. Eine spontane und möglichst hemmungsfreie Aussprache soll dazu beitragen, die eigenen Probleme in Worte zu fassen, um über diese "Verbalisierung" psychische Spannungen abzubauen. Da die meisten Gruppenmitglieder ähnliche Schwierigkeiten haben, können sie diese durch die gegenseitige Unterstützung erkennen und bewusst Veränderungen herbeiführen, um sie zu bewältigen.
Die wichtigsten Wirkfaktoren sind: der Ausdruck von Gefühlen, der emotionale Zusammenhalt in der Gruppe und gemeinsames zwischenmenschliches Lernen. Erfolgreich sind Teilnehmer, die in der Gruppe zu anderen Beziehungen aufnehmen, sich selbst den anderen gegenüber öffnen, anderen Feedback geben und selbst welches erhalten und annehmen.

Folgende Perspektiven einer Gruppentherapie können je nach Ziel der Intervention Schwerpunkt sein oder sich gegenseitig ergänzen:

Therapie des Einzelnen in der Gruppe
die Teilnehmer sind Beobachter

Therapie des einzelnen durch die Gruppe 
die Teilnehmer sind Co-Therapeuten, die Gruppe ist ein therapeutisches Element

Therapie der Gruppe 

die Gruppe selbst ist Teil der Beobachtung und der Veränderung


Grob lassen sich folgende Gruppentherapien unterscheiden

  • Gruppentherapien, deren Ziel es ist, dass die Teilnehmer ihre Persönlichkeitsstruktur durch freies Assoziieren erkennen und mit Hilfe der Deutungen des Therapeuten bewusst verändern (gruppenanalytischer Ansatz). Hier sind die individuellen Probleme der Gruppenmitglieder der Gegenstand der Suche nach den Ursachen.
  • Gruppentherapien mit dem Ziel das Verhalten zu verändern (verhaltenstherapeutischer Ansatz). Hier ist die Gruppe ein soziales Erfahrungsfeld (wie im Alltag), in dem die Teilnehmer ihr Verhalten - unter geschützten Bedingungen - verändern und üben können.
  • Gruppentherapien, bei denen die Interaktion zwischen den Gruppenmitgliedern im Mittelpunkt steht (Familien- und Paartherapie).
  • Gruppentherapien, bei der sich die Gruppenmitglieder die Bedingungen ihrer Existenz reflektieren (klientenzentrierte Therapie)