Gestalttherapie

 

Die Gestalttherapie basiert auf einem ganzheitlichen Weltbild, in dem der Mensch als Einheit von Körper, Seele und Geist, eingebunden in ein soziales und ökologisches Umfeld betrachtet wird.

Sie umschreibt eine Methode, die sowohl die Bewußtheit im Hier und Jetzt, als auch Körperlichkeit, Lebensfreude und kreative Kompetenz fördert, die einer mehr ressourcen- und lösungsorientierten als einer krankheits- und leistungsorientierten Vorgehensweise entspricht.

Die bedeutendsten Wurzeln der Gestalttherapie liegen in der Psychoanalyse, der Gestaltpsychologie und der Feldtheorie, sowie im Existentialismus, der Phänomenologie und dem dialogischen Prinzip von M. Buber.

Der Gestaltansatz wird in unterschiedlichsten Feldern angewendet, in psychotherapeutischen Praxen, Einrichtungen der Suchttherapie, pädagogischen Kontexten, Beratungsstellen, Kliniken, in Supervision und der Arbeit mit Teams und Organisationen im Profit- und Non-Profit-Bereich und vielen anderen.

Schlüsselbegriffe

 

Es folgen einige Schlüsselbegriffe der Gestalttheorie, die als richtungsweisende Prinzipien in der Arbeit mit dem Gestaltansatz gelten.

Hier-und-Jetzt

 

Das Hier-und-Jetzt ist Ausgangspunkt der gestalttherapeutischen Arbeit, denn alles Denken und Fühlen geschieht immer nur in der Gegenwart. Die Vergangenheit können wir nicht ändern; aber wir können lernen, die Wirkung vergangener Ereignisse und früher Erfahrungen zu reflektieren, unseren Blick auf die Vergangenheit zu verändern; dann ändert sich auch ihre Wirkung.

Wachstum


Die Gestalttherapie geht von einem lebenslangen Wachstumsprozeß aus, sowie dem Potential und der inneren Motivation von Menschen zu geistig-seelischer Gesundheit, Wachstum und kreativen Lösungen.

Die Person und ihr Umfeld werden als ein Feld ständiger Wechselwirkung und gegenseitiger Beeinflussung gesehen. In kreativer Anpassung gestaltet die Person ihre Kontaktprozesse mit der Umwelt. Anpassungsformen, die in der Vergangenheit sinnhafte Antworten auf defizitäre und destruktive Erziehungs- und Umwelteinflüsse gewesen sein mögen, sind in der Gegenwart sowohl für die Personen, als auch für die Umwelt oft dysfunktional und zerstörerisch. Indem diese Anpassungsformen im Dialog und mit bewusstseinsfördernden, erlebensorientierten Methoden aufgearbeitet werden, können Möglichkeiten zur Neugestaltung erkannt und realisiert werden.

Gestalt

 

Der Begriff ?Gestalt? ist aus der Gestaltpsychologie übernommen und wird in der Gestalttherapie gleichbedeutend verwendet mit ?Ganzheit?. Aus der Gestaltpsychologie stammt die Erkenntnis, dass

der Mensch seine Wahrnehmungen zu sinnvollen Einheiten, ?Gestalten?, zu schließen versucht. Eine Gestalt ist mehr als die Summe ihrer Teile; alles Erfahrbare - auch eine Begegnung, eine Erinnerung, ein Gefühl - kann eine Gestalt sein. Perls ging davon aus, dass viele Menschen ?zersplittert?

sind, ihnen die Ganzheit fehlt. Dadurch erleben sie bewusst auch nur Teile ihrer selbst und sich selbst nicht als Ganzes.

Ziel der Gestalttherapie ist es daher, dem Menschen zu helfen, sich seiner verdrängten, unbewußten Teile bewusst zu werden, sie zu akzeptieren und zu integrieren und so zu einer neu gewonnenen Ganzheit zu verhelfen. Heilung ist die Vollendung einer prägnanten Gestalt.

Dialog

 

Die "Ich-Du-Ebene" Martin Bubers ist die Zielvorstellung für die therapeutische Grundhaltung.

Das Wesentliche sind nicht die beiden Individuen, sondern das "Dazwischen", das beide vereint.

Der Therapeut ist präsent, begegnungsfähig, ist am Klienten echt interessiert, akzeptiert ihn und lässt sich auch innerlich von ihm berühren. Diese wertschätzende Mitmenschlichkeit des Therapeuten gewährt dem Klienten die Aufrechterhaltung seiner Würde, Unversehrtheit und Selbstbestimmung.

Er erfährt sich durch die Beziehung gehalten, auch wenn Teilaspekte der Person kritisch konfrontiert werden.

 

 

Quelle:             Deutsche Vereinigung für Gestalttherapie e.V. (DVG)